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[Risiko & Nebenwirkung]
Viel ist zu diesem Thema schon geschrieben worden, also
machen wir`s kurz: Nichts im Leben ist ohne Risiko, auch der
Verzehr von Bratwurst kann schlimmstenfalls zum Tode führen.
Die nachfolgend aufgeführten Risiken sind deshalb immer
in Relation zur Arbeitsweise des jeweiligen Studios und zur
Bereitschaft des Einzelnen sein Piercing zu pflegen zu sehen.
Außerdem findet ihr hier allgemeine Antworten auf Piercing
+ Alkohol,Rauchen, Babys stillen,Diabetes,Vitamine etc.,etc...
[Virusinfektion]
HIV; Hepatitis:
Infektionen mit diesen Viren kann man sich nur zuziehen,
wenn man in Kontakt mit fremden, infizierten Körperflüssigkeiten
kommt. Dieses ist dann der Fall, wenn mit unsterilen Instrumenten
gearbeitet wird und so die Viren von einem Kunden zum nächsten
übertragen werden. Deshalb immer darauf achten, daß
Ihr mit Einmalmaterialien gepierct werdet und das Euer Piercer
ein frisches Paar Einmalhandschuhe anzieht.Während des
Piercens sollte er nichts anderes anfassen (z.B. sich selbst
,Telefone, Handy , Flächen, Stuhl , Liege,Mülleimer)
außer Euch und seinen Instrumenten.
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[Abstoßungsreaktion]
Gerade bei Augenbrauen-Piercings tritt oft das Problem einer
Abstoßung bzw Herauswachsens auf. Das ist dadurch begründet,
daß die Hautspannung an dieser Stelle höher ist
und das Unterhaut-fettgewebe relativ dünn. Die Haut verhält
sich dann so, als ob ein Splitter langsam an die Oberfläche
befördert wird, erkennbar dadurch, daß permanent
eine Rötung und Schwellung der Haut vorliegt und der
Stichkanal merklich zu schrumpfen scheint und auch nach 6
Wochen noch nicht abgeheilt ist. In diesem Falle, sollte man
das Piercing herausnehmen und ca. 1 Woche weiterhin pflegen.Es
kommt im Folgenden zu einer Narbenbildung im Unterhautfettgewebe,
was aber positiv für ein Nachpiercing ist. Ca. 4-6 Wochen
später kann man das Augenbrauenpiercing wiederholen,
meist mit gutem Erfolg.Wächst es jedoch erneut heraus,
sollte man keinen weiteren Versuch unternehmen.
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[Krankheiten]
ANTIKOAGULANTIEN
sind Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen und damit Erkrankumgen
wie einen Herzinfarkt etc. verhindern. Sie erhöhen das
Risiko eines Piercings, deshalb vorher den Hausarzt fragen.
ASTHMA
Speziell bei einem Zungenpiercing muss hier aufgepaßt
werden, daß auf keinen Fall eine Kugel verschluckt wird
und in die Luftröhre gerät. Es besteht die Gefahr
eines schweren Asthma-Anfalles mit fatalen Folgen.
BRUSTIMPLANTATE
Bei Implantaten besteht ein erhöhtes Risiko für
ein Brutwarzen-Piercing.Vorher den kosmetischen Chrirurgen
fragen.
CHEMOTHERAPIE (=Krebstherapie)
Eine Chemotherapie reduziert die Heilung von Wunden und erhöht
das Infektionsrisiko.Kein Piercing möglich.
CORTICOSTEROIDE (=Kortison)
Bei oraler Einnahme (nicht inhalativ) von Kortikosteroiden
(z.B. Prednisolon) ist das Risiko einer Infektion höher.
Vorher den Hausarzt fragen.
DIABETES (=Zuckerkrankheit)
Oftmals schlechte Heilung bei Hautdefekten, deshalb vorher
den Hausarzt fragen.
HAUTINFEKTIONEN (Akne)
Bei Hautinfektionen wie Akne od. Herpes sollten keine Piercings
gemacht werden, da die Bakterien bzw. Viren in das Piercing
gelangen und dort eine Infektion hervorrufen können.
HERZKLAPPENFEHLER
Sollte ein Herzklappenfehler vorliegen, besteht das Risiko
einer Infektion durch ein Piercing. Auf keinen Fall piercen
lassen ! Diese Infektion heißt bakterielle Endokarditis
und ist lebensbedrohlich.
IMMUNSUPPRESSIVA
Die Einnahme solcher Medikamente verzögert die Heilung
abnormal, auch ist das Risiko einer Infektion ungleich höher.Vorher
den Hausarzt fragen.
KELOIDE
Manchen Menschen neigen zu übermäßiger Narbenbildung
(Wulstnarben). Es ist daher bei einem Piercing mit dieser
Symptomatik zu rechnen. Besser keine Piercings machen lassen.
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[Vitamine]
Untersuchungen haben gezeigt, daß Vitamin C und Zink
die Wundheilung verbessern, allerdings reicht hierzu die Dosis
von herkömmlichen Vitaminpräparaten nicht aus. Die
erforderliche Dosis Vitamin C liegt bei 2000-3000mg und 100mg
Zink täglich (Apotheke). Bei gleichzeitiger Einnahme
von Medikamenten , vorher den Apothker nach Wechselwirkungen
fragen .Z.B. kann Vitamin C die Absorption von Kontrazeptiva
(= Anti-Baby-Pille) verzögern, aus diesem Grunde müssen
dann unterschiedliche Einnahme- Zeiten erfolgen.
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[Blutung]
Eine geringe Blutung nach dem Piercen aus dem Stichkanal
ist normal, insbesondere nach einem Zungenpiercing kann diese
Blutung auch noch 1-2 Tage danach auftreten. Sollte die Blutung
allerdings noch nach 1 Woche auftreten, den Hausarzt fragen,
da hier meist eine Blutgerinnungsstörung unklarer Ursache
vorliegt.
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[Narben]
Ein Piercing stellt eine Verletztung der Haut dar. Sollte
man eines Tages sein Piercing herausnehmen, wächst der
Stichkanal natürlich wieder zu, jedoch bleibt eine kleine
Narbe zurück. Da wahrscheinlich jeder Mensch irgendwelche
Narben hat, stellt sich die Frage, ob eine Narbe mehr oder
weniger nun eine Rolle spielt. Es gibt allerdings Möglichkeiten
diese Narben größtenteils zu entfernen z.B. mit
Kelofibrase(=>Salbe/Apotheke/
verschreibungspflichtig).
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[Hypertrophes Narbengewebe]
Bei einigen Menschen entwickelt sich hypertrophes (d.h. "überschüssiges")
Narbengewebe ca. 4-8 Wochen nach dem Piercen äußerlich
um den Stichkanal (s.Foto)
Grundsätzlich kann man sagen, daß diese übermäßige
Narbenbildung eine Folge des Traumas (das Piercen ist schließlich
eine Verletzung der Haut) sowie die Folge einer Entzündung
und/oder Druckstelle der Haut ist. Zusätzlich kommt die
individuelle Veranlagung größere Narben zu bilden
dazu.Abhilfe schafft hier so früh wie möglich einen
Teflon-Ring oder Stecker einzusetzen , um so den Druck des
Metalls auf die Haut zu reduzieren sowie eine cortisonhaltige
Salbe für ca. 4 Wochen 2-3x tgl. auf die Druckstelle
aufzutragen. Sollten diese Maßnahmen keinen Erfolg haben,
muß das Piercing herausgenommen werden.
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[Wundinfektion]
Kommt es nach dem Piercen zu Rötung+ Schwellung +Schmerz
(+ Austritt von eitrigem Sekret) ist es höchstwahrscheinlich
eine bakterielle Infektion. In diesem Falle das Piercing nicht
sofort herausnehmen (Gefahr einer Abszeßbildung, d.h.
eingekapselte Entzündung), sondern entweder zum Hausarzt
oder ins Piercing Studio gehen und sich dort beraten lassen,
was dagegen zu tun ist.
Sind dagegen o.g. Symptome nicht festzustellen, kommt aber
trotzdem ein weißliches Sekret aus dem Piercingkananl,
muss man sich keine Sorgen machen - das Piercing verheilt
ganz normal. Die Haut produziert Lymphsekret, Schweiß,
Talg (Fett), welches ab und zu aus dem Piercingkanal austritt
, bei manchen Menschen bis zu 1 Jahr nach dem Piercen.
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[Rauchen]
Rauchen beeinträchtigt das Immunsystem und verzögert
allgemein Heilungsprozesse. Speziell nach einem Zungen-oder
Lippenpiercing sollte 2 Stunden nicht geraucht werden, da
das Nikotin zuerst zwar für eine Gefäßverengung
sorgt, es danach aber zu einer Gefäßerweiterung
kommt und so eine vermehrte Einblutung in die Zunge oder Schleimhaut
stattfinden kann.
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[Alkohol]
Ähnlich wie mit dem Rauchen verhält es sich mit
Alkohol. Alkohol setzt die Gerinnungs-fähigkeit des Blutes
herab, d.h. es kann zu einer vermehrten Einblutung in das
Gewebe nach einem Piercing kommen (Bluterguß, "blaues
Auge" bei Augenbrauenpiercing). Also am besten 2-3 Tage
darauf verzichten.
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[Kinder]
Oft werden Ohrläppchen-Piercings von den Eltern der
Kinder angefragt. Es stellt sich hier die Frage , wann die
Kinder alt genug für ein Ohrläppchen-Piercing sind
und welche Maßnahmen der Schmerzlinderung angwandt werden.
Pauschale Antworten gibt es hier nicht. Die Erfahriung hat
gezeigt , daß Kinder viel konsequenter sind als Erwachsene,
da sie sich das Ohrläppchen-Piecing fest vorgenommen
haben und das auch regelrecht ohne zu klagen "durchziehen".
Auf jeden Fall sollten Eltern davon Abstand nehmen, dem Kind
beim Juwelier mit einer Ohrlochpistole ein Piercing machen
zu lassen, da diese Pistolen nicht zu sterilisieren sind und
somit die Gefahr einer Virusinfektion besteht.
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[Schwangerschaft]
Ein Piercing kann bis zum ca. 6 Schwangerschaftsmonat getragen
werden. Sobald jedoch die Dehnung der Haut einsetzt, sollte
entweder größerer Piercingschmuck eingesetzt oder
das Piercing ganz entfernt werden. Nach der Schwangerschaft
kann das Piercing meist wieder eingesetzt bzw. nachgepierct
werden.
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[Baby stillen]
Grundsätzlich steht einem Brustwarzen-Piercing und dem
Stillen nichts entgegen. Es gibt Dutzende von Milchkanälen
in der Brust, wobei jedoch nur einige durch das Piercing vernarben.
Beim Stillen direkt sollte das Piercing allerdings kurzfristig
herausgenommen werden.
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[Allergien]
Eine allergische Reaktion tritt meistens nach dem Einsetzen
von nickelhaltigem Schmuck auf ( Edelstahl/Chirurgenstahl
kann bis zu 10% Nickel enthalten), kann aber auch eine Reaktion
auf die Pflegelösung sein, mit der man sein Piercing
behandelt. Oft tritt eine allergische Reaktion erst nach Monaten
auf, da die Oberfläche des Edelstahls dann von Körpersekret
porös geworden ist und so Nickel-Ionen aus der Legierung
austreten.
Die Symptome sind Rötung, Hautjucken, Schmerzempfindlichkeit
sowie nachfolgend meistens eine Entzündung des gesamten
Stichkanals. Sofort zum Arzt bzw. Piercing-Studio und Maßnahmen
einleiten. Allgemein nur Titan-,Gold-oder Platinschmuck einsetzen
und keinen Piercingschmuck irgendwo auf dem "Grabbeltisch"
kaufen, nur weil er gut aussieht und schön billig ist.
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